DER AUFERSTANDENE JESUS IST NICHT WÜTEND
MARIA MAGDALENA FLOH NICHT VOM KREUZ CHRISTI
Maria Magdalena ist eine der wenigen Personen, die unter dem Kreuz Jesu geblieben sind, als er starb. Sie floh nicht wie die anderen. Am Sonntagmorgen stellte Magdalena dann am Grab fest, dass der Leichnam Jesu verschwunden war. „Sie haben meinen Herrn weggenommen,” sagt sie erschrocken, „und ich weiß nicht, wohin sie ihn gebracht haben” (Johannes 20, 13). Maria war in ihrem Respekt gegenüber Jesus treu und beharrlich. Und so war es gerade sie, die am Ostermorgen als Erste dem auferstandenen Jesus begegnete.
„Warum weinst du, Frau?” fragte Jesus sie. „Wonach suchst du?”
Im Glauben, es sei der Gärtner, antwortete sie: „Herr, wenn du ihn weggenommen hast, sag mir, wo du ihn hingelegt hast, damit ich ihn holen kann.”
„Maria!” nannte sie Jesus beim Namen.
Sie wandte sich um und rief in Hebräisch: „Rabboni!” (was „Lehrer” bedeutet).
„Rühre mich nicht an,” sagte Jesus zu ihr. „Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: ,Ich gehe zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.”' Magdalena ging dann und verkündete den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen hat und was er ihr gesagt hat. (Johannes 20, 15—18)
SIE SAH JESUS DURCH DIE TRÄNEN
Die erste Person auf der Erde, die Jesus nach seiner Auferstehung sah, sah ihn durch die Tränen. Und die ersten Worte des Neuen Testaments sind eine Frage. Es ist keine Ankündigung, kein Antwort, es ist eine Frage, leise und verständnisvoll an die weinende Frau gerichtet.
Jesus fragt: „Warum weinst du?”
DER AUFERSTANDENE JESUS IST NICHT WÜTEND
Jesus, Gott, spricht einfach Marias Namen aus. Der Ostermorgen bringt also eine Frage und einen Namen. Jesus sagt zu ihr: „Gehe zu meinen Brüdern und sage ihnen...” Maria läuft, um den Jüngern die unglaubliche Neuigkeit zu verkünden: Jesus ist aus dem Grab auferstanden! Und was noch wichtiger ist, Jesus ist nicht wütend auf seine sogenannten „Freunde”. Er nennt sie seine Brüder und möchte, dass sie wissen, dass sein Gott buchstäblich ihr Gott ist. Maria Magdalena wird wegen dessen, was ihr anvertraut wurde, in manchen Fällen als Apostelin der Apostel, als erste Zeugin der Auferstehung angesehen!
VERFEINERUNG DURCH FEUER IN UNSEREN LEBEN
Das Leben Magdalenas hat sich durch Jesus völlig verändert. Ihren Glauben hat sie in vielen Prüfungen bewiesen und letztendlich wird sie zur Apostelin der Apostel, zur ersten Empfängerin der guten Nachricht, dass Jesus Christus auferstanden ist und lebt!
Ähnlich verändern sich Millionen von Menschen. Aber es ist nicht automatisch. Tatsache ist, dass Magdalena den Herrn als Erste sah, weil sie in ihrer Treue durch das Leiden beharrlich war. Jesus offenbart sich auch heute zuerst den (und durch die), die das Leiden mit Treue ertragen, ohne damit aufzuhören, Gott zu preisen.
Mit Genehmigung verarbeitet nach dem Buch von Pete Greig, Wenn Gott schweigt, veröffentlicht vom Verlag Rosa.
WAS LIEBE ICH, WENN ICH DICH LIEBE, MEIN GOTT?
Ich liebe dich, Gott. Du hast mein Herz durch dein Wort durchbohrt. Und ich habe mich in dich verliebt. Der Himmel und die Erde und alles, was darin ist, sagen mir, dass ich dich lieben soll. Und sie hören nicht auf, es allen Menschen zu sagen.
Aber was liebe ich, wenn ich dich liebe, mein Gott? Es ist nicht die Gestalt des Körpers noch die vorübergehende Schönheit, es ist nicht der Glanz des Lichts, so angenehm für die irdischen Augen, es sind nicht die süßen Melodien aller möglichen Lieder, es ist nicht der köstliche Duft von Blumen, Salben oder Duftstoffen, es ist nicht der Manna noch der Honig, es ist kein schöner Körper, der zu einer körperlichen Umarmung verleitet. Das ist es nicht, was ich liebe, wenn ich meinen Gott liebe.
Und dennoch: wenn ich meinen Gott liebe, ist es die Liebe zu einem bestimmten Licht und einer bestimmten Stimme und einem bestimmten Duft und einem bestimmten Essen und einer bestimmten Umarmung. Es ist Licht, Stimme, Duft, Speise und Umarmung meines inneren Menschen.
Dort strahlt für meine Seele ein Licht, das keinen Raum einnimmt, und dort klingt eine Stimme, die die Zeit nicht abtragen kann, und dort breitet sich ein Duft aus, den kein Wind zerstreuen kann, und dort kann der Geschmack von Speise erkannt werden, der nicht endet, wenn man isst, und dort dauert die Umarmung, die nicht mit Langeweile und Ekel endet.
Das ist es, was ich liebe, wenn ich meinen Gott liebe.
